Ein Gründungsmitglied erinnert sich ...

Fußball spielten wir schon vor der Gründung des SV Ramerberg, und zwar gegen Attel bei einem Schulsportfest. Wir verloren 0:1. Wir spielten auch gegen Lehen–Rettenbach, in der Filzen zwischen Ramerberg und Lehen. Tore wurden aus Stangen und Brettern vor Ort angefertigt. Gespielt wurde in Gummistiefeln, alten Schuhen oder barfuß.
Hinter dem Bahnhofsgebäude in Ramerberg wurde eine Sprunggrube errichtet und Sport betrieben. Also blieb es nicht aus, dass oft auf dem engen, kleinen Platz hinter dem Bahnhof Fußball gespielt wurde. Manche Fensterscheiben gingen zu Bruch, was den Bahnhofsvorstand Alois Hörtreiter oft zur Weißglut brachte.
Es hatte aber auch was Gutes. Alois machte sich als erster Gedanken über die Gründung eines Vereins in dem Sport ausgeübt wird, hauptsächlich aber Fußball gespielt werden sollte. Mit seinem Gedankengut suchte er Gleichgesinnte und fand in Xaver Maier einen, der nach der Gründung des Vereins 2. Vorstand wurde.
Die Suche nach Fußballspielern für die 1. Seniorenmannschaft gestaltete sich sehr schwierig. Etwas leichter war dies für die Jugendmannschaft. Natürlich wurden auch schon Vereinsbeiträge kassiert. Er betrug zu den Anfangszeiten des Vereins monatlich 50 Pfennige für die Erwachsenen und 30 Pfennige für die Jugendlichen. Die Beiträge wurden monatlich kassiert, was natürlich einen großen Aufwand darstellte. Die ersten Vereinskassiere waren damals Xaver Maier und Günther Lipok.
Nach längeren Verhandlungen konnte schließlich ein kleiner Fußballplatz vom Gastwirt Bichler angepachtet werden. Das Spielfeld war hinter dem Misthaufen der Landwirtschaft Bichler (Richtung Westen). So mancher Ball landete deshalb ungewollt im saftigen Misthaufen.

Da die Waschgelegenheit natürlich nicht den heutigen entsprach, musste die Waschküche des Pfarrhofes herhalten. Frau Friedrich erbarmte sich in der kalten Jahreszeit und machte in ihrer Küche warmes Wasser. In einem „Schaffl" wusch sich dann die gesamte Mannschaft.
Nach einiger Zeit erwarben wir uns eine Baracke vom Bahnhof in Reitmehring, die zu einer Umkleidekabine umgebaut wurde. Da der Fußballplatz noch etwas zu klein war, konnten wir unseren Gastwirt Alois Bichler überreden, uns noch ein Stück Grund zu überlassen. Also musste der Platz wieder verlegt werden. Er verlief jetzt von Süden nach Norden. Es machte uns auch nichts aus, dass durch den größer gewordenen Fußballplatz ein Feldweg führte und deshalb manchmal das Spiel wegen eines Pferdefuhrwerks unterbrochen werden musste. Für das Training am Abend bauten wir eine sogenannte Flutlichtanlage. Sie bestand aus ein paar Telefonmasten mit 200-Watt Lampen. Sie hatten aber keine lange Lebensdauer, weil sie zu niedrig waren und dadurch sehr oft abgeschossen wurden.
Einige Zeit später wurde der Bau einer richtigen Umkleidekabine mit Waschraum in Angriff genommen. Sie entstand hinter den Garagen der damaligen Bäckerei Berndl (Bichler) und wurde komplett in Eigenregie erbaut. Wegen Geldmangel konnte die Kabine mit den Waschräumen nicht beheizt werden, was zu Folge hatte, dass oft die Wasserleitungen und der Gasboiler bei Minusgraden einfroren.
Da es in den umliegenden Gemeinden noch nicht so viele Sportvereine gab, hatten wir immer wieder Zulauf von fußballbegeisterten jungen Leuten aus der Nachbarschaft (z.B. aus Edling, Schechen, Griesstätt).
Stolz waren wir natürlich auch auf unsere erste Fahne. Die Fahnenweihe war 1957, Patenverein war der TSV 1880 Wasserburg. In unserem Verein war auch eine Zeit lang die Abteilung Wintersport angegliedert. Es wurden auf der Zellerreither Schloßschanze Skisprungmeisterschaften ausgetragen. Wegen Geldzwistigkeiten trennten sich ein paar Jahre später einige Mitglieder vom Sportverein Ramerberg ab und so entstand der Wintersportverein Zellereit.

Streifzug durch die Geschichte des SV Ramerberg

Zusammengestellt durch die Familie Mucki Hackenberg. Herzlichen Dank für die Überlassung!

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